Chancen der Mediation

 

Eine Mediation birgt die große Chance, eine individuelle, für Ihre Situation gerechte Lösung hervorzubringen. Anstatt sich durch die Eskalation des Konflikts weiter voneinander zu entfernen, bewegen Sie sich in der Mediation wieder aufeinander zu: Sie kommen miteinander ins Gespräch und haben Gelegenheit, die Motive für das Verhalten des anderen zu verstehen.

 

Nicht selten begeben sich Menschen nach einer gescheiterten Beziehung zum Anwalt, weil sie nicht mehr mit dem Partner reden können, aber die anstehenden Probleme zwingend gelöst werden müssen.

Ist der Streit erst einmal bei Anwälten und Gericht, ist er zum guten Teil der Einflussnahme derjenigen, die er wirklich betrifft, entzogen. Wenn der Streit eskaliert, weil Beziehungskonflikte im Aushandeln um die Scheidungsfolgen fortwirken, geraten nicht selten die Kinder zwischen die Fronten und nehmen Schaden. Dann heißt Trennung leider oft noch lange nicht Frieden für die Familie. Ganz im Gegenteil.

Verhängnisvoll wird es ganz besonders dann, wenn ein Sieg im juristischen Verfahren nur um den Preis der persönlichen Niederlage des Gegenübers erreicht werden kann.

 

Mediation bedeutet Arbeit. Es bedeutet, dass Sie sich den Problemen stellen, unmittelbar, nicht durch einen Dritten, etwa einen Rechtsanwalt. Dafür behalten Sie über den gesamten Zeitraum die Fäden in der Hand. Sie bestimmen unmittelbar und direkt, wie Ihre Auseinandersetzung gelöst werden soll.

Damit verbunden ist eine Aufarbeitung des Konflikts. Sie lernen dabei sich selbst kennen: Ihre Interessen, Ihre Motivationen, Ihre eigenen Werte und die des anderen. Und wahrscheinlich auch Ihre Grenzen.

Dies ist eine ungeheuer wertvolle Erfahrung.

Selbst entwickelte Lösungen sind erfahrungsgemäß tragfähiger und dauerhafter als solche, die von Dritten, beispielsweise dem Gericht, vorgegeben werden. Diese von Ihnen erarbeiteten Vereinbarungen haben eine viel größere Chance, auch in der Zukunft Bestand zu haben.

Im Fall einer Trennung oder Scheidung können Sie sich trennen - und dabei Eltern bleiben!

 

Am Ende der Mediation sollten Sie eine schriftliche Vereinbarung erarbeitet haben, das sogenannte Memorandum. Wie weit der Weg dorthin ist, lässt sich verallgemeinernd nicht sagen. Die Dauer Ihres Verfahrens hängt davon ab, wie gut Sie mit Ihrem Gegenüber reden können und wie komplex der Fall ist.

 

Für eine Mediation geeignet sind insbesondere Konflikte, die in einer auf gewisse Dauer angelegten Beziehung auftreten und bei denen die Probleme nicht allein auf der Sachebene liegen. Interessen, Gefühle und Bedürfnisse können bei juristischen Verfahrensweisen nicht berücksichtigt werden. Das Bewusstsein über die eigenen, hinter einen bestimmten Position stehenden Interessen ist für den Bestand einer erarbeiteten Vereinbarung aber ebenso notwendig wie das Verständnis der Interessen der anderen Konfliktpartei.